biographie
1964 in den Niederlanden geboren, studierte Richard Rijnvos Komposition bei Jan van Vlijmen und Brian Ferneyhough am Königlichen Konservatorium Den
Haag und schloss eine Nachdiplom-Ausbildung in Freiburg im Breisgau an. In den Jahren 1986–1992 kam er in Berührung mit den amerikanischen Komponisten
Morton Feldman und John Cage, was zu einer drastischen Neuorientierung seines Schaffens führte. Dazu gesellen sich deutliche Einflüsse
nichtmusikalischer Art durch Künstler wie William Burroughs, Samuel Beckett, Joseph Beuys und Italo Calvino.
Seit 1993 konzentriert sich Richard Rijnvos auf Kompositionen, die Teile längerer Serien sind. So existiert etwa das Werk Stanza in einer
diatonischen, einer chromatischen und einer mikrotonalen Fassung. Zwischen 1995 und 2000 schuf er den 80-minütigen Block Beuys. Inspiriert durch
die gleichnamige, aus Werken des deutschen bildenden Künstlers Joseph Beuys bestehende Sammlung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt widmete er jedem
der sieben Räume ein Stück. Gegen Ende 2008 vollendete Richard Rijnvos Uptown|Downtown, ein sechsteiliges urbanes Panorama. Die Serie – als
abendfüllende Tanzproduktion über das Leben in Manhattan konzipiert – umfasst die Orchesterwerke Times Square Dance,Washington Square Dance und Union Square Dance ebenso wie Grand Central Dance, Central Dance in the Park und ’cross Broadway für Klavier und Kammerorchester. (Die letzten drei Stücke können zu einer Konzertveranstaltung kombiniert werden und bilden dann
das Klavierkonzert NYConcerto). La Serenissima ist der Titel einer Serie von Werken, die sich „mit der Stadt Venedig und ihren Schatten“
beschäftigen. Zwischen dem Anfangs- und dem Schlusssatz, acqua alta und mappamondo, werden mehrere weitere Kompositionen eingeschoben
werden. 2007 begann Richard Rijnvos mit einer neuen Serie namens Riflessi, die ausschließlich aus Pendants bestehen wird: Jeder Riflesso
experimentiert mit der außergewöhnlichen Besetzung eines Klassikers von einem Komponisten der Vergangenheit.
Richard Rijnvos erhielt Kompositionsaufträge von renommierten Orchestern und Institutionen, so etwa vom Royal Concertgebouw Orchestra, vom Ensemble
Intercontemporain (Paris), vom Holland Festival, von der ZaterdagMatinee, vom Nieuw Ensemble (Amsterdam), vom Elision Ensemble (Australien), vom
holländischen Rundfunksender NOS, vom Holländischen Bläserensemble und vom Asko Ensemble (Amsterdam). Seine Werke finden große Beachtung an
internationalen Festivals und in Konzertsälen etwa in London, Berlin, Paris, Montreal, Melbourne und Chicago, dank Aufführungen durch das BBC Symphony
Orchestra, die London Sinfonietta, das Ensemble Modern, das Ensemble KORE, das Ensemble Resonanz und viele andere.
Richard Rijnvos erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Perspektiefprijs 1989, eine ehrenvolle Erwähnung am Prix Italia 1991 für seine
Hörspielproduktion Radio I nach einem Text von Samuel Beckett. und im Jahr 2000 den Matthijs-Vermeulen-Preis der Stadt Amsterdam für Times Square Dance. Im Sommer 2004 brachte HatHut Records die CD mit dem gesamten Block-Beuys-Zyklus heraus. Letztes Jahr bezeichnete
eine internationale Jury das NYConcerto als “die beste im Jahr 2007 in den Niederlanden uraufgeführte Komposition” und sprach ihr den
Buma-Kompositionspreis zu.
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